Welche Fragen fast immer kommen, was dahintersteckt und wie eine gute Antwort aufgebaut ist.
Fast jedes Gespräch beginnt mit "Erzählen Sie etwas über sich". Das ist keine Einladung zur Lebensgeschichte, sondern die Bitte um eine Zusammenfassung in zwei Minuten: wo du herkommst, was du kannst, warum du hier sitzt. Wer hier ausufert, verliert die Aufmerksamkeit, bevor es um die Stelle geht.
Die Frage nach Stärken und Schwächen wird oft belächelt und trotzdem gestellt. Bei den Stärken zählt der Beleg, nicht das Adjektiv: nicht "ich bin belastbar", sondern was du getan hast, als es eng wurde. Bei der Schwäche ist die einzige gute Antwort eine echte, verbunden mit dem, was du dagegen tust. Getarnte Stärken durchschaut jede erfahrene Person sofort.
Warum wechseln Sie? Diese Frage prüft nicht die Vergangenheit, sondern deine Haltung. Über den letzten Arbeitgeber wird nicht schlecht geredet, auch dann nicht, wenn es Gründe gäbe. Ein Wechsel wird nach vorne begründet: was du suchst, nicht was du fliehst.
Bei Beispielfragen hilft ein festes Muster: Situation, Aufgabe, Vorgehen, Ergebnis. Vier Sätze genügen. Der letzte ist der wichtigste, denn dort steht, was herauskam - und genau dieser Teil fehlt in den meisten Antworten.
Am Schluss kommt fast immer "Haben Sie noch Fragen?". Nein zu sagen ist die schlechteste Antwort. Zwei vorbereitete Fragen genügen, und sie sollen etwas betreffen, das man nicht im Inserat nachlesen kann: wie das Team arbeitet, was in den ersten Monaten wichtig ist, woran der Erfolg gemessen wird.